Montag, 7. November 2011

-11-

Ich nicke leicht. „Okay, dann tanzen wir zusammen“ antworte ich, als wir aus dem Gebäude treten. „Wie wäre es da drüben hinter der Ecke? Da sieht uns keiner, es ist ja dunkel“ frage ich dich und du ziehst mich als Antwort einfach dort hin. „Hast du Musik?“ fragst du und ich hole mein Handy hervor, suche nach passender Klaviermusik. Ich klicke wahllos ein Lied an, es passt vom Takt her nicht ganz, aber uns beiden ist das egal. Du ziehst mich an dich und greifst nach meiner Hand. Langsam fängst du an, dich zum Takt der Musik zu bewegen-langsamer Walzer. Ich schließe meine Augen und lasse mich von dir führen, spüre deine Nähe und fühle mich in diesem Moment wunderbar geborgen. Irgendwann stehen wir nur noch da, deine Arme liegen auf meinen Schultern, deine Augen halten meinen Blick fest. Niemand kann uns in diesem Augenblick trennen, ich sehe ein Lächeln auf deinen Lippen. Dein Lächeln tut mir gut, ich fühle mich frei und glücklich. „Ich muss morgen nach Hause“ sagst du plötzlich leise. „Ich weiß“ sage ich traurig und halte deinem Blick immer noch stand. Du nimmst deine Arme von meinen Schultern und greifst stattdessen nach meinen Händen und hältst sie ganz fest. „Es ist unser letzter Abend, das letzte Mal, dass wir uns sehen“ flüsterst du und ich nicke. „Leider“ erwidere ich und versuche, mir den Schmerz nicht anmerken zu lassen. „Wir sehen uns wieder, bestimmt!“ sagst du, immer noch nicht lauter als ein Flüstern. „Ja, hoffentlich“ sage ich tonlos und spüre, dass du mir noch näher kommst als so schon. Plötzlich zuckst du zurück. „Mach mal die Musik aus“ sagst du hektisch. Ich hab keine Ahnung wieso, als ich plötzlich Stimmen höre. Unsere Brüder. Kaum registriert, stehen sie auch schon da. „Wir müssen hoch Simon“ sagt dein Bruder und ich sehe dich an. Auch in deinem Blick kann ich Traurigkeit wahrnehmen. Du kommst noch einmal auf mich zu. „Bis bald, und genieß den Urlaub noch, solange du kannst“ sagst du und drückst mich ganz fest, ehe du dich umdrehst und mit deinem Bruder den Weg entlang zum Haus gehst. Ich gehe ebenfalls hinter meinem Bruder her und denke darüber nach, was gewesen wäre, wenn sie nicht gekommen wären. Hättest du mich geküsst? Hättest du? Ich werde es wohl nicht erfahren. Oben in der Wohnung ziehe ich mich nur noch um, lege mich ins Bett und denke an dich. Ich vermisse dich jetzt schon.

Keine Kommentare: