Ich sitze am Frühstückstisch und habe den Blick gesenkt. Ich muss mir auf die Lippen beißen, um nicht zu weinen. Scheiße, wieso muss immer dann, wenn ich glücklich bin, alles vorbei sein? Plötzlich spüre ich die Tränen doch und stehe auf. Ohne einen Kommentar verlasse ich den Raum und schließe mich im Bad ein. Dann kommen sie auch schon, die Tränen und ich schluchze leise. ‘Reiß dich zusammen‘ denke ich und wische meine Wangen ab. Einmal tief einatmen und dann wieder zurück zu meiner Familie. Ich lasse mir nichts anmerken und esse schnell auf, ehe wir runter gehen zum Auto. Ob ich dich noch einmal sehe, ehe du nach Hause musst? Ich rechne schon nicht mehr damit, Papa hat schon den Motor an, als ich ein bekanntes Auto aus der Tiefgarage kommen sehe. Schnell rutsche ich ans Fenster und sehe hinaus. Du blickst mich an und lächelst. Vielleicht hattest du die gleiche Hoffnung wie ich? Ich hebe meine Hand und winke leicht. Du winkst ebenfalls, ich halte deinen Blick so lange fest, bis dein Auto um die Ecke fährt. Ich senke meine Hand und lege meinen Kopf gegen das kühle Glas der Fensterscheibe. Jetzt bist du weg und lässt mich allein in diesem Kaff zurück. Im Radio läuft Marlon Roudettes Song New Age: „If Love is a Word, I don’t understand, the simplest sound, four letters…“ Wie passend, denke ich, und kann die ganze Fahrt an nichts anderes als dich denken.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen